“Kafka und Proust. Schriftsteller sein, Jude sein”

Poetikdozentur “Literatur und Religion”
am Dienstag, 21. Jänner 2020, 18.30 Uhr
BARBARA HONIGMANN: “Kafka und Proust. Schriftsteller sein, Jude sein”
Ort: Hörsaal 1, Hauptgebäude der Universität Wien, Universitätsring 1 (linker Seiteneingang, Hof 1)
Barbara Honigmann, geb. 1949, ist Jüdin und Deutsche. Sie studierte in der DDR, die sie 1984 verließ, um nach Straßburg zu gehen, wo sie auch heute lebt. Im Zentrum des literarischen Schaffens von Barbara Honigmann stehen immer wieder existenzielle Fragen, ja Leitthemen jüdischen Denkens: “Von den großen Dingen” wolle sie sprechen, notiert Honigmann, “nur davon, von Exil und Erlösung”. Als erwachsene Frau vollzieht Honigmann einen “Sprung” zurück in das orthodoxe Judentum: “Eine richtige Jüdin wollte ich werden”, berichtet sie. Einfühlsame Nachzeichnungen einzelner Stücke ihrer wechselhaften Biographie prägen ihr Werk. Zuletzt erschien der Roman “Georg” – ein Portrait ihres Vaters, dessen Lebensgeschichte von den politischen Umwälzungen des 20. Jahrhunderts durchzogen ist.
In Wien wird Barbara Honigmann einen Vortrag zum weiten Feld der „Jüdischen Literatur“ halten. „Was ist, was wäre eigentlich, gibt es eine jüdische Literatur?“ – dieser Frage will sie anhand zweier Schriftsteller erörtern, deren Biographien manche Parallele aufweisen. Zu Beginn des 1. Weltkriegs, so führt Honigmann aus, ziehen sich „zwei nicht mehr ganz junge Junggesellen, kinderlos, der eine in einer Welthauptstadt, in Paris, der andere in Prag, der Provinzhauptstadt eines Imperiums, das bald untergehen wird, also in feindlichen Lagern der Kriegsparteien in ihre Zimmer zurück“… um zu schreiben. „Kafka und Proust, Schriftsteller sein, Jude sein“ – so ist Honigmanns Poetikvorlesung betitelt.
(Barbara Honigmann beim Hanser-Verlag: https://www.hanser-literaturverlage.de/autor/barbara-honigmann/)
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